Es gibt Menschen, denen liegt der Rhythmus im Blut und dann gibt es Menschen, die stolpern auf der Tanzfläche und verfehlen jeden Ton beim Singen oder Spielen eines Instruments.

Dieser Artikel geht der Ursache fehlenden Taktgefühls auf den Grund, erklärt, was ein Metronom ist und zeigt auf, wie es dabei helfen kann, Rhythmusgefühl zu erlernen. Zusätzlich haben wir drei Tipps, wie du den Taktgeber zur Übung einsetzen kannst.

Manchen liegt der Rhythmus im Blut, andere müssen es wiederum lernen (Foto: Leo_65 / pixabay.com)

Warum haben manche Menschen kein Rhythmusgefühl?

Manchen Menschen fällt es schwer, Rhythmen zu erkennen und diese vokal, als auch instrumental wiederzugeben. Diese Unfähigkeit nennt man Amusie. Amusie ist die am stärksten ausgeprägte Form einer Rhythmusstörung.

Eine weitere, weniger extreme Variante ist die sogenannte Rhythmus- oder Takttaubheit. Diese rührt daher, dass einige Menschen nicht von ihrem inneren Rhythmus abweichen können.

Dieser innere Rhythmus ist der Takt, indem das Gehirn arbeitet. Er nennt sich neutrale Oszillation. Für die meisten stellt es kein Problem dar, einem von außen zugeführten Takt zu folgen, wohingegen andere sich nicht von ihrem körpereigenen Rhythmus lösen können.

Auch kann es sein, dass es in der Vergangenheit nur wenige Situationen gab, in denen man einen Takt halten musste und man daher einfach nur nicht geübt darin ist.

Lässt sich Taktgefühl erlernen?

Bis auf wenige Ausnahmen, bei denen die Amusie oder Rhythmustaubheit extrem stark ausgeprägt ist, lässt sich Taktgefühl erlernen. Betrachtet man die unterschiedlichen Kulturen, fällt auf, dass zum Beispiel Afrikaner oder Südamerikaner ein besseres Rhythmusgefühl haben als Mitteleuropäer.

Dies liegt an der musikalisch geprägten Umgebung, in der sie aufwachsen. Wer von Kindheit auf mit viel Musik in Berührung kam, dem fällt es leichter, den Takt zu halten. Dies beweist, dass Taktgefühl definitiv erlernbar ist.

Südamerika ist bekannt für seine rhythmischen Tänze und und die damit verbundene Lebensfreude. Das Taktgefühl wird den meisten Südamerikanern in die Wiege gelegt.

Was ist ein Metronom und wie funktioniert es?

Ein Metronom ist ein Taktgeber. Dieses gibt ein konstantes Tempo durch akustische Signale wieder. Die Maßeinheit, in der das Tempo gemessen wird, ist Beats per Minute (bpm).

Üblicherweise können Metronome Beats von 35 bis 250 bpm wiedergeben. Mithilfe eines Gewichts, das im Metronom eingebaut ist, kannst du eine beliebige Geschwindigkeit einstellen. Sowohl für Musiker, als auch Tänzer ist das Taktell ein unverzichtbares Rhythmusgerät.

Ein Metronom gibt den Takt eines Musikstücks vor. (Foto: swooshed/pixabay.com)

Wie kann mir ein Taktgeber helfen, Rhythmusgefühl zu erlernen?

Besonders Personen, die in einer Band spielen müssen darauf achten, immer im Takt zu sein, da es sonst Auswirkungen auf den Rest der Band hat. Ein entscheidender Faktor für ein stimmiges Zusammenspiel, ist das Timing. Aber auch bei Solisten ist ein grundlegendes Taktgefühl unabdingbar.

Oftmals wird man jedoch unterbewusst schneller oder langsamer beim Singen oder Spielen eines Stücks. Um dauerhaft den Takt zu halten und technisch korrekt Lieder und Stücke wiederzugeben, solltest du ein Metronom verwenden. Dieses hilft dir, den Rhythmus zu erkennen und zu übernehmen, indem er dir mittels akustischem Signal den Takt vorgibt.

Auch im Sport kann ein Metronom helfen, deinen Rhythmus zu bewahren.

Du kannst dein Metronom oder auch eine Metronom App beispielsweise im Training oder beim Laufen benutzen. Auch hier wird man oftmals bei den letzten Wiederholungen oder bei längerem Laufen langsamer. Deinen Rhythmus auch außerhalb des Musizierens zu halten, hat ebenfalls einen positiven Einfluss auf die Entwicklung deines Taktgefühls.

3 Tipps, wie man ein Metronom beim Üben einsetzen kann

Tipp 1:Klatsche zum Takt des Metronoms. Dies ist die einfachste Übung, um über längeren Zeitraum die Geschwindigkeit konstant zu halten und ein Gespür dafür zu bekommen. Steigere das Tempo deines Metronoms und versuche auch hier den Takt zu halten. Du kannst klatschen, stampfen oder mit dem Kopf wippen, Hauptsache du hältst den Takt.

Tipp 2: Höre ganz bewusst zu. Fange am besten mit deinen Lieblingsliedern an. Setze dir Kopfhörer auf, um dich voll und ganz auf die Musik zu konzentrieren. Alternativ kannst du auch mit Liedern, die einen sehr eingängigen Takt haben beginnen, wie beispielsweise „We will rock you“ von Queen.

Stelle im Anschluss dein Metronom auf den Takt ein, den du vermutest und höre dir das Lied nochmals an, während dein Taktell ebenfalls schlägt und überprüfe, ob die Beats miteinander übereinstimmen.

Tipp 3: Bei Bandproben kann man ebenfalls ein Metronom einsetzen, nachdem die ganze Band spielt.

Dieses kann man ganz einfach an das Mischpult anschließen, Lautstärke anpassen und schon kann die ganze Band den Schlag hören. Auch kann man nur dem Taktgeber der Band, der meistens der Schlagzeuger ist, den Takt über Kopfhörer ins Ohr setzen. Der Rest der Band orientiert sich dann am vorgegebenen Takt des Schlagzeugers.

Fazit – Taktgefühl lernen mit dem Metronom

Für diejenigen, die gerne ein Instrument spielen, singen oder tanzen, ist es besonders wichtig, Taktgefühl zu besitzen. Wem es nicht angeboren ist, der kann es mit etwas Zeit und Mühe lernen.

Dabei sollte man mit einfachen Beats beginnen und dann den Schwierigkeitsgrad kontinuierlich steigern. Mit Hilfenahme eines Metronoms lassen sich schneller bessere Ergebnisse erzielen.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://www.welt.de/wissenschaft/article134574404/Wenn-Menschen-jegliches-Rhythmusgefuehl-fehlt.html

[2] http://www.pflichtlektuere.com/26/04/2013/wissenswert-rhythmusgefuehl/

Bildquelle: unsplash.com / Lee Pigott

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